Art, Umfang und Häufigkeit von Motorrad-Inspektionen
Inspektionen an Motorrädern werden in regelmäßigen Intervallen durchgeführt, wobei entweder ein bestimmter Zeitraum nicht überschritten werden sollte oder eine festgelegte Kilometerzahl, je nachdem, welche Grenze eher erreicht wird. Unterschieden wird ebenso in Zeit-unabhängige Sichtkontrollen, die vor, während oder nach einer Fahrt vorgenommen werden, und kleine sowie große Inspektionen.
Einfache Sichtkontrollen
Einfache Sichtkontrollen erfolgen in der Regel undokumentiert vor Fahrantritt oder, wenn sie schriftlich festgehalten werden sollen, etwa 1 x im Monat. Sie beinhalten u. a. schnelle Checks von Beleuchtung, Reifenprofil, Luftdruck, Bremsen, Lenkung, Federung, Ölstand und Licht.
Kleine Inspektionen
Die kleinen Inspektionen in Abständen von 800 bis 1.000 Kilometern dienen meist vorrangig der Fahr- und Betriebssicherheit eines Motorrads, u. a. durch aufmerksame Prüfung der Funktionalität systemkritischer Bauteile wie Bremsen, Bereifung, Beleuchtung, Öl und Wasser. Ebenfalls zu diesem Zeitpunkt sollte eine weitere kritische Bestandsaufnahme des Zustands der Verschleißteile wie Bremsbeläge, Kette, Reifenprofil etc. erfolgen.
Große Inspektionen
Bei großen Inspektionen kommen zu den Arbeiten von Sichtkontrollen und kleinen Inspektionen weitere Aufgaben hinzu, die in größeren Zeitabständen notwendig werden. Darunter fallen beispielsweise aufwändige Motorüberprüfungen wie das Ventilspiel und Fahrwerksarbeiten sowie ein Wechsel des Gabelöls.
Inspektionsintervalle
Die zeitlichen bzw. von einem bestimmten Kilometerstand abhängigen Abstände, in denen große bzw. kleine Inspektionen erfolgen, sind von Hersteller zu Hersteller und von Modell zu Modell unterschiedlich. Vertragswerkstätten verfügen zu diesem Zweck über modell-spezifische Laufzettel, in denen festgehalten ist, wann welche Arbeit auszuführen sind. Den Besitzern selbst stehen Inhalte dieser internen Anweisungen meist nur teilweise über das mitgelieferte Handbuch zur Verfügung oder in Form von Rechnungen bzw. von der Vertragswerkstatt ausgefüllten Original-Serviceheften.
Bei vielen Motorrädern kann eine Recherche im Internet nach den Stichwörtern ‚Inspektionsplan XXX‘ oder ‚Wartungsplan XXX‘ helfen, die notwendigen Informationen zum jeweiligen Arbeitsumfang zu erhalten (wobei ‚XXX‘ für die möglichst präzise Beschreibung des Motorrads steht, beispielsweise ‚Yamaha XJ 600 4BR Baujahr 1995‘). Oft verfügen auch die im Handel erhältlichen modell-spezifischen Werkstatt- bzw. Reparaturhandbücher über die erforderlichen Angaben.
Beispielhaft gehören zu den in kürzeren Abständen (meist alle 800 bis 1.000 Kilometer oder alle vier bis sechs Monate) auszuführenden Arbeiten die Überprüfung von Verschleißteilen wie Kette, Bremsbeläge sowie der Flüssigkeiten Öl, Wasser und Bremsflüssigkeit und bei Bedarf auch deren Austausch. In größeren Abständen erfolgen Check-ups am Zünd-, Luft- und Ölsystem, dem Fahrwerk, der Federung und an spezifischen Komponenten wie Extra-Ölfiltern und Zahnriemen. Was wann wie genau erfolgen soll, kann allerdings nur der jeweils zum Motorradmodell gehörende spezifische Wartungsplan offenlegen.
Weitere Infos:
Kapitel über Motorrad-Inspektionen im Buch #motorbike #bikerepair.
Universal-Servicehefte zur Dokumentation individuell vorgenommener Inspektionen.
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